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Dienstag, 04. Februar 2014

GTEV Staudach-Hochgern, Vereinsgeschichte

Von: Gaukler Martina

Der Festverein GTEV Staudach-Hochgern stellt sich vor

Vereinsgeschichte des GTEV-Staudach-Hochgern

 

Wie in vielen Orten blieb zum Ende des 19. Jahrhunderts auch in Staudach-Egerndach die Industrialisierung nicht aus. Zunehmend verschwand die Gebirgstracht. Sitte und Brauchtum wurden vernachlässigt. Daher entschlossen sich im Jahre 1890 fünf junge Burschen einen Verein zur „Aufrechterhaltung der Gebirgstracht“ zu gründen. 1891 war es dann soweit. Im Müller’schen Gasthause zu Staudach trafen sich 30 hiesige junge Männer. Die hier festgelegten Statuen wurden vom königlichen Bezirksgericht Traunstein abgesegnet. Es heißt dort, dass die Gründung „mit Befriedigung zur Kenntnis genommen“ wurde.

 

Am 26. Juli 1891 beteiligte sich unser neu gegründete Trachtenverein mit vier Mann am ersten Gaufest in Feilnbach.

 

Der Verein entwickelte sich gut. So wurde 1895 in Neubeuern beschlossen, das sechste Gaufest des Gauverbandes am 26. Juli 1896 in Staudach abzuhalten. Mit Pferdefuhrwerken, Leiterwagen und einem extra eingesetzten Zug reisten die Trachtler aus 15 Vereinen an. Im selben Jahr konnte noch eine Vereinsfahne in Auftrag gegeben werden. Die Suche nach einem Paten erwies sich als äußerst schwierig da es in der näheren Umgebung keinen Verein mit einer geweihten Fahne gab. Daher machten sich einige Staudacher Trachtler mit dem Radl auf um den Trachtenverein „Penzberg-Stamm“ als Göd zu gewinnen. Die erste Fahne konnte dann 1897 geweiht werden. Noch im selben Jahr bat der Trachtenverein Unterwössen, bei seiner Fahnenweihe Pate zu stehen. Diesem Anliegen kamen wir natürlich gerne nach. Schon drei Jahre später – im Jahre 1900 – durften wir den Trachtenverein Heutau aus der Taufe heben.

 

In den schrecklichen Kriegsjahren 1914 – 1918 ruhte das Vereinsleben.

 

Nach dem Krieg kehrt langsam wieder Alltag im Dorf ein. So wurde nach dem 30-jährigen Gründungsfest im Jahre 1921 die Ausrichtung des 2. Gaufestes des Chiemgau-Alpenverbands im Jahr 1928 übernommen. In den nächsten Jahren ging es stets bergauf und – sehr zur Freude der Bürger – vergrößerte ist unser Verein immer weiter. 1939 begann der Zweite Weltkrieg und das Trachtenleben stand wieder still. Der Krieg forderte auch unter den Trachtlern viele Opfer. Ihnen gilt heute noch unser trauerndes Gedenken.

 

Der GTEV Staudach-Hochgern hielt 1946, nach acht Jahren Zwangspause, wieder eine Generalversammlung ab. Diese beschloss unter anderem eine Neubesetzung der Vorstandschaft und einen Aufschwung im Verein. So wurde am Kirchweihsonntag 1946 das erste Vereinspreisplattln durchgeführt. Es beteiligten sich 45 Staudach-Egerndacher. Bemerkenswert ist dass sich mehr als 500 Zuschauer zu dieser Veranstaltung eingefunden haben. 1947 wurde eine neue Fahne geweiht. Wieder stand der Trachtenverein Penzberg Pate.

 

Zum zweiten Mal übernahm unser Verein 1954 die Ausrichtung des Gaufestes des Chiemgau-Alpenvereins. 2.000 Trachtler fanden sich zu dieser Festlichkeit ein.

 

In den 60er Jahren war das Vereinsleben geprägt von der Zunahme des Fremdenverkehrs. 1966 feierte der GTEV Hochgern-Staudach sein 75-jähriges Bestehen und übernahm wieder einmal das Gaufest. 10.000 Zuschauer waren gekommen, um das Fest mitzuerleben. 27 Vereine, begleitet von Musikkapellen, zogen durch das Dorf. Erstmalig wurde hier ein gauoffenes Preisplattln durchgeführt bei dem 143 Buam aus dem Chiemgau, Rupertigau und dem Berchtesgadener Land teilnahmen.

 

Geprobt wurde an den verschiedensten Orten. So lernten, zu dieser Zeit, zahlreiche Buam das Plattln auf dem Betondeckel der „Fünferschen Odelgrube“ und die Trachtenproben wurden in der Hochtenne der „Staudacher-Mühle“ abgehalten.

 

Die darauffolgenden Jahre verliefen ruhig. 1989 wurde innerhalb unseres Vereins eine Goaßlschnoizergruppe gegründet. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens richtete der GTEV Staudach-Hochgern 1991 das fünfte Mal in seiner Geschichte ein Gaufest aus.

 

Bei zahlreichen kirchlichen und weltlichen Anlässen ist der Trachtenverein nicht aus dem Dorfleben wegzudenken und so gibt es das ganze Jahr über Gelegenheit, die Tracht stolz zu tragen und somit lebendig zu erhalten.


 


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