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Donnerstag, 29. Dezember 2016

Rauhnacht Hoagascht in Rottau

 

Beim 44. Rauhnacht-Hoagascht der Rottauer Trachtler war der Saal des Gasthauses „Messerschmied“ bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher waren von den exzellenten Musik- und Gesangsgruppen begeistert.

Was ist das Geheimnis, dass diese Veranstaltung auch nach über 40 Jahren die Volksmusikfreunde so anzieht? Vielleicht, dass der Ablauf und das Drumherum all die Jahre gleichgeblieben ist. Der Hoagascht ist immer am Unschuldigen Kindltag (28.12.), er findet in einem schönen Wirtshaussaal statt und im Mittelpunkt der Bühne steht eine Krippe mit handgefertigten Figuren. Die Ansage machte in den ersten Jahrzehnten der Glasei, er trug Wissenswertes, Humorvolles, aber auch Nachdenkenswertes vor, sein Nachfolger ist sein Sohn Miche Huber, der Glaserer Miche, der die Aufgabe ganz im Sinne seines Vaters weiterführt. Bei der Auswahl der Gruppen hatten die Beiden immer ein gutes Händchen. Zum Rauhnacht-Hoagascht gehört schon immer der Auftritt von Perchten, die lärmend durch den Saal ziehen, einigen mit der Rute drohen und Kletzenbrot verteilen. Zwei Maßnahmen sorgen für ein besonders intensives Volksmusikerlebnis, nämlich dass während des Programms kein Ausschank stattfindet und dass nur am Anfang der Pause und am Ende des Programms geklatscht wird.

Im Jahresrückblick , der immer für viel Heiterkeit sorgt, sprach Huber die „Wirtschaftskrise“ in Rottau an. Fast vier Wochen waren da alle Gaststätten im Ort geschlossen. Er erzählte über das Brauchtum in der Zeit der Rauhnächte, trug ein Neujahrsgedicht vor und las aus einer Gerichtsverhandlung eines Wilderers vor. Den musikalischen Teil eröffneten die Hohenaschauer Musikanten, vier Blechbläser und Harfe und Akkordeon, die mal feierlich und mal flott in einer schönen Klangfülle aufspielten. Allseits bekannt ist der Haushamer Bergwachtgsang, der von Zither und Harfe begleitet wird. Die vier gstandnen Männer mit ihren kräftigen Stimmen gefielen auch mit der Auswahl ihrer Lieder. Das Lied „Steh auf Jerusalem“, vorgetragen von den feinen jungen Stimmen des Seeleitn Dreigsangs, war ein besonderer Genuss. Die Kirchleitn Soatnmusi in der Besetzung Zither, zwei Gitarren, Hackbrett, Harfe und Bassgeige bot ein absolut harmonisches Klangbild. Wie gut die jungen Musikanten heute sind, demonstrierten zwei Mitglieder des Seeleitn Dreigsangs, die mit zwei jungen Burschen in der Besetzung Ziach, Zither, Gitarre und Bassgeige erstmals zusammenspielten und sie machten es ausgezeichnet. Erst am Mittag wurden sie gefragt, ob sie spielen können, da das Irlberg Trio krankheitsbedingt ausfiel. Sie heißen sich jetzt „Rauhnachtmusi“. Das Programm endete mit dem gemeinsam gesungenen Andachtsjodler und wie es Brauch ist (oder war), nahmen die Musikanten auf der Bühne den Hut ab.

 


 


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