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Sonntag, 23. Oktober 2016

Wenn die Musik spielt

Von: Heinrich Rehberg

Doppelkonzert der Musikkapellen aus Wildenwart und Baiern in der Frasdorfer Lamstoahalle

Die beiden Dirigenten Sebastian Graf und Leonhard Neuner beim Doppelkonzert in der Lamstoahalle

Sebastian Graf und die Wildenwarter Musikkapelle

Die Bairer Blaskapelle aus dem Kreis Ebersberg unter der Leitung von Leonhard Neuner

Die Bairer

Die Wildenwarter

Peter Schäffer brillierte beim Doppelkonzert in der Lamstoahalle als Solist auf dem Tenorhorn mit „Großvaters Uhr“

Sie haben den ganzen Sommer geprobt, sie waren als Festmusik bei allen Veranstaltungen im Chiemgau mit dabei. Jetzt zeigten die Musiker der Musikkapelle Wildenwart, dass Blasmusik nicht nur Bierzelt- und Marschmusik ist. Eng war’s im Saal und auf der Bühne beim traditionellen Doppelkonzert der Musikkapelle Wildenwart mit der Bairer Blaskapelle in der Lamstoahalle in Frasdorf: 62 Musikanten aus Wildenwart, 44 Jungmusikanten und 60 Musikanten aus dem Bairer Winkel im Kreis Ebersberg macht in Summe 166 Mitwirkende. In der Lamstoahalle in Frasdorf war kein Platz mehr frei, weder auf der Bühne, noch im Saal, der ebenfalls voll besetzt war.

Den Auftakt gab im Vorprogramm die Wildenwarter Jugendkapelle - letztmalig unter der Leitung von Wolfgang Kink - für die Zuhörer, 44 Mädchen und Buben zeigten, dass sie in wenigen Jahren schon zur Stammbesetzung der Musikkapelle Wildenwart gehören können.

Nach 16 Jahren gab Wolfgang Kink bei diesem Konzert den Dirigentenstab und damit die Leitung der Jugendkapelle weiter an Eva Maria Gruber. Die jungen Musikanten bedankten sich bei ihrem langjährigen Dirigenten mit je einer Süßigkeit für die Ausbildung und seine unermessliche Geduld. Seine Frau Steffi erhielt von jedem Musikanten eine Rose dafür, dass sie ihn solange mit den jungen Musikanten geteilt habe. Fast die Hälfte der Wildenwarter Musikkapelle besteht mittlerweile aus Musikern, die durch die Schule der Jugendkapelle gegangen sind. Heuer spielten erstmals bei der großen Musikkapelle mit: Johannes Brandstätter (Trompete), Seppi Brehmer (Posaune), Viktoria Aicher (Querflöte), Martin Hötzelsperger (Bariton), sowie Katharina (Flügelhorn, Johanna (Flügelhorn) und Christian Rosenwink (Bariton).

In diesem Jahr spielten die Wildenwarter ihr Doppelkonzert gemeinsam mit der Bairer Blaskapelle und die - unter der Leitung von Leonhard Neuner - legten vor. Gekonnt brachten sie ihre Melodien ans sachverständige Publikum – ganz egal, ob es sich um den Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss handelte, ein „Stück über Christas Igel“ ertönte oder ob es bei „Redemption“ von Rossano Galante um amerikanische Musik und beim „Premiere Marsch“ von Otto M. Schwarz oder bei den „Polkafreunden“ von Peter Leitner um heimische Stücke ging. Mit dem Medley von Udo Jürgens trafen die Bairer vom „Griechischen Wein“ über „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ bis hin zum „ehrenwerten Haus“ mit seiner bösen Nachbarschaft und dem Klassiker „Aber bitte mit Sahne“ voll ins Schwarze.

Die Wildenwarter Musikanten – erstmals unter der künstlerischen Leitung von Sebastian Graf - bestachen Ihrerseits mit dem Castaldo Marsch und dem Reminiszenzenwalzer. Peter Schäffer brillierte als Solist auf dem Tenorhorn mit „Großvaters Uhr“; mit diesem Stück stellte sich vor vielen Jahren Wolfgang Kink bei seinem allerersten Konzert der Kapelle und dem Publikum vor, seitdem wurde es nicht mehr gespielt. Weiter ging es mit Filmmusik aus dem letzten Jahrhundert von Ennio Morricone; der konzertante Höhepunkt des Abends war die Ouvertüre zur Oper Nabucco von Guiseppe Verdi. Das Wechselspiel zwischen Flügelhorn und Tenorhorn „Von Freund zu Freund“ und der Marsch „Auf Adlers Schwingen“ führten dann aus der großen Musik und der Welt der Oper wieder zurück auf die Bühne der Lamstoahalle. Gekonnt verstand es Sebastian Graf, die große Wildenwarter Kapelle mit all ihren Stimmen zu führen.

Beim abschließenden Gemeinschaftschor spielten die Bairer einträchtig neben den Wildenwartern, für Stühle und Sitzplätze war kein Raum mehr: Über 120 Blasmusikanten standen unter der Leitung der beiden Dirigenten Sebastian Graf und Leonhard Neuner gemeinsam auf der Bühne und brachten zunächst den „Bergsteigermarsch“ und danach den „Mussinan Marsch“. Der Beifall in der Halle und der Ruf nach Zugaben wollte noch immer kein Ende nehmen nach einem großen gemeinsamen musikalischen Abend in der Frasdorfer Lamstoahalle.


 


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