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Sonntag, 25. Oktober 2015

60 Jahre - und kein bischen leise

Von: Heinrich Rehberg

Jubiläumskonzert der Musikkapelle Wildenwart in der Frasdorfer Lamstoahalle

Der alte und der neue Dirigent der Musikkapelle Wildenwart Wolfgang Kink (rechts) und Sebastian Graf (links)

67 Männer und Frauen gehören zur Musikkapelle Wildenwart

Dirigent Wolfgang Kink beim Jubiläumskonzert in der Lamstoahalle

Wildenwarter Konzert

Sepp Schlemer beim Solo „Der verliebte Dieselflitzer“

Musikkapelle Wildenwart Jubiläumskonzert in der Lamstoahalle

„Ihr seid die beliebteste und beste Musikkapelle im weiten Umkreis“, lobte Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller die 67 Männer und Frauen der Musikkapelle Wildenwart, die 42 Mädchen und Buben der Jugendkapelle und ihren Dirigenten Wolfgang Kink. Die Musikkapelle Wildenwart feierte ihren 60. Geburtstag und alle alle kamen; „ihr seid die Kapelle, die bei den Trachtenvereinen, den Veteranen- und Schützenvereinen der Region am meisten gefragt ist, ihr spielt bei großen Festen genauso, wie bei privaten Hochzeiten und begleitet mit kleiner Besetzung viele auf ihrem letzten Erdenweg am Friedhof, ihr seid die Kapelle, die Wildenwart und Frasdorf weit über die Gemeinde hinaus bekannt gemacht hat und die den Ort bei ihren Auftritten stets beispielhaft vertritt“.

Bürgermeisterin Steindlmüller erinnerte an die kleinen Anfänge vor 60 Jahren, damals hätten die jungen Musiker viele Opfer gebracht, um sich den Traum von einer eigenen Kapelle zu verwirklichen. In den letzten Jahren hätten die Musiker mit einer ähnlichen Einstellung auf jegliche Zuwendungen verzichtet, um sich mit einem eigenen Musikhaus einen eigenen Probenraum, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Kapelle, zu bauen. Weil Frasdorfs Bürgermeisterin nie mit leeren Händen zu einem Geburtstag kommt überreichte sie Musikvorstand Helmut Rosenwink ein Geschenk für alle Vereinsmitglieder.

Bürgermeister Jürgen Seifert aus Prien schloss sich den Glückwünschen an. Er bedankte sich bei Dirigent Wolfgang Kink für 15 Jahre Tätigkeit als Leiter und Ausbilder in der Jugendkapelle. Neugierig fragte er an, ob die vielen hübschen jungen Frauen auch alle ihr Instrument beherrschten oder der Musikkapelle nur zur Zierde dienten? Beim großen Jubiläumskonzert konnte er sich dann aber davon überzeugen, dass die Wildenwarter Musikerinnen den schwierigsten Aufgaben gewachsen und keineswegs nur Bühnendeko sind.

Weitere Gratulanten waren Leonhard Eisner vom Musikbund Ober- und Niederbayern, Bezirk Inn-Chiemgau und die Jugendbeauftragte des Verbandes Michaela Haindl. Unter den Gästen in der Halle war auch der Gauvorstand des Chiemgau Alpenverbandes Miche Huber und die Vorstände der Trachten-Schützen- und Veteranenvereine aus dem ganzen Gau.

Vorstand Helmut Rosenwink wies darauf hin, dass mit Sepp Fischer, Peter Aicher, Georg Aicher und Konrad Huber noch vier Gründungsmitglieder im Publikum sitzen und mit Ludwig Freund, Sepp Hollinger und Helmut Rosenwink senior drei weitere Musikanten der ersten Jahre dabei sind. 60 Jahre seien wie im Flug vergangen, die Anekdoten aus der Gründerzeit seien auch im neu gebauten Musikhaus ständig präsent. Rosenwink erinnerte an die vielfältigen Einsätze der Wildenwarter, vom Geburtstagsständchen für Prinzessin Helmtrud im Wildenwarter Schloss über die vielfältigen Einsätze bei der Grünen Woche in Berlin, bis zur Festmusik bei drei Primizen, bei sieben Gaufesten in den letzten 15 Jahren, bei der Meisterfeier des FC Bayern München, bei ungezählten Staatsempfängen in München sowie Hochzeiten, Familienfeiern und Beerdigungen in der Region. „Wir Wildenwarter Musiker waren schon überall dabei“.

Und dann ging es richtig los: die Bühne in der übervoll besetzten Lamstoahalle reichte nicht für alle aus und so spielte zunächst die Jugendkapelle unter der Leitung von Wolfgang Kink zur Feier ihres 15-jährigen Bestehens; danach beschenkten sich die Musikanten der Musikkapelle Wildenwart zum 60. Geburtstag mit ihren eigenen Lieblingsstücken.

Georg Aicher führte durch das anspruchsvolle Programm. Konzertwalzer „Sagen aus Alt-Innsbruck“ folgte auf Konzertmarsch „Abel Tasman“ und die Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé stellte hohe Anforderungen an das Ensemble. Sepp Schlemer junior brillierte als Solist auf der Tuba als „Verliebter Dieselflitzer“ und auch Matthias Stoib zeigte sein Können mit einem Solo.

Ganz ruhig wurde es im Saal bei einem Weisenblock, Wolfgang Kink stellte aus der großen Besetzung drei Gruppierungen mit unterschiedlicher Instrumentierung vor, die althergebrachte alpenländische Weisen präsentierten. Schließlich zeigten die Wildenwarter noch alle Gesichter der modernen Blasmusik: schmetternde Trompeten beim „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik, einschmeichelnde Balladen von Simon und Garfunkel und die allseits bekannte moderne Filmmusik zum guten alten „Indiana Jones“. Mit dem „Astronauten Marsch“ beendete Wolfgang Kink das offizielle Konzert. „Dieser Marsch war das erste Stück, das die Kapelle unter meiner Leitung vor 15 Jahren einstudierte, mit ihm möchte ich mich verabschieden“.

Als letzte Handlung als Dirigent übergab er den Dirigentenstab nach 15 Jahren an Sebastian Graf. Sebastian Graf stammt aus den Reihen der Wildenwarter Musikkapelle, er begann seine Laufbahn vor 15 Jahren in der neuformierten Jugendkapelle, spielt das Waldhorn und bildete sich zum Dirigenten weiter. Er ist nach dem Gründer Albert Pfaffenzeller (1955 – 1965), Max Kempinger (1965 – 1978) Paul Kempinger (1978 – 2000) und Wolfgang Kink (2000 - 2015) der fünfte Dirigent der Musikkapelle Wildenwart.

Wolfgang Kink wird die Wildenwarter Musik noch nicht ganz verlassen: als Ausbilder, Leiter und Dirigent der Jugendkapelle wird er weiter das kulturelle Leben in der Region mit gestalten. Im voll besetzten Saal versprach er öffentlich, der Musikkapelle zu helfen und sie zu unterstützen, wenn man ihn darum bitte.


 


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