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Hl. Andreas (Apostel und Märtyrer)

In vielen Kreisen der Bevölkerung hat die Geburtstagsfeier die Feier des Namenstages verdrängt.
Neugeborene erhalten zwar bei der Taufe den Namen eines (einer) Heiligen. Kaum jedoch erfahren sie, wer dieser (diese) Heilige war, in welchem Jahrhundert er lebte und was das Besondere und Heilige in seinem Leben und Wirken gewesen ist.

Im Laufe der christlichen Glaubensgeschichte lässt sich ab dem 13. Jahrhundert eine deutlich steigende Heiligen- u. Reliquienverehrung feststellen, die auch eine wachsende Bedeutung des persönlichen Namenspatrons bewirkte.
Der 1566 herausgegebene „Römische Katechismus“ schreibt über die Bedeutung des Taufnamens, dass "der Getaufte durch die Gleichheit mit dem Namen eines Heiligen zur Nachahmung der Tugend und Heiligkeit angeregt werde" und "er gewiss auch seinen Namenspatron anruft und durch dessen Fürbitte hofft, er möge ihm bei der Verwirklichung eines gottgefälligen Lebens beistehen“.

Auch in unserer „modernen“ Zeit wird da und dort die Meinung geweckt, es käme zu einer Neubegegnung der Heiligen zu uns Erdenpilgern.
Vielleicht stellt man genau das Gegenteil als heilsgeschichtliche Realität fest:

Nicht die Heiligen kommen wieder zu uns Menschen, denn sie haben sich von uns Menschen nie entfernt. Es muss wohl richtiger heißen: Wir Menschen kommen mit einem neuen Interesse, mit einem neuem Vertrauen wieder zu den Heiligen!

Es ist empfehlenswert zum Namenstag einem Kind oder Erwachsenen ein Buch, einen Bildband mit der Biographie des Namenspatrons zu schenken. Ein Bild oder eine Statue des Heiligen, ein wertvolles Hinterglasbild könnte zum Lebensbegleiter werden.

Dass man noch vor wenigen Jahrzehnten seinen Namenstag auch religiös begangen – mit Kirchenbesuch am Werktag – mit einer festlich geschmückten Tafel zum Kaffee oder zum Abendessen Verwandte u. Freunde eingeladen hat, ist kaum noch bekannt.

Die Feier des Namenspatrons ist mehr als die Erinnerung an geschichtliche Daten. Sie hat zutiefst zu tun mit dem Glauben, dass unsere Welt durchwohnt ist und dass es betende Fürsprecher gibt, auf die wir nicht leichtfertig verzichten sollten.

Kein Heiliger war bloß Zuschauer. Er wusste sich als verantwortlicher Zeuge für Gegenwart und Zukunft: Eine immer neue Herausforderung an jedem Namenstag!

 

Text Andreas Windbichler

Quellennachweis: Kleines Lexikon des Christlichen Brauchtums v. Alfred Läpple
Buchempfehlung: Heilige u. Namenspatrone v. Schrauber u. Schindler

 


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