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Das aus dem Lateinischen kommende Wort Advent (adventus) bedeutet „Ankunft“: Erwartung der Ankunft des Herrn (adventus Domini).

Die Fülle des Advents erschließt sich als Rückblick in die Vergangenheit, als das Volk Israel, inspiriert durch eine Vielzahl messianischer Weissagungen im Alten Testament, auf den Messias und Erlöser ausschaute.
Als Vorbereitung auf das zukünftige Kommen Jesu am Ende der Geschichte als Weltenrichter.
Mit dem Weihnachtsfestkreis, der am ersten Sonntag im Advent seinen Anfang nimmt und mit dem Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest) im Gedenken an die Taufe Jesu durch den Täufer Johannes endet, wird das Kirchenjahr eröffnet.
Jeder Advent besitzt – auch für Menschen, die religiös kaum noch aktiv sind – eine ganz eigenartige Stimmung. Sehr häufig wird in ihm ein wesentliches und unverlierbares Stück Autobiographie lebendig; die Erinnerung an die vorweihnachtliche Zeit aus der eigenen Kindheit und Jugend.
Wie kaum eine andere Zeit ist der Advent angereichert mit vielen und unterschiedlichen Impulsen des kirchlichen Lebens, die vom religiösen Brauchtum aufgegriffen wurden
Adventskranz, Barbarazweig (4. Dez.), Nikolaus (6.Dez.), Fest Maria ohne Erbsünde (8. Dez.), Luziatag (13.Dez.), Herbergsuche oder Frauentragen (21. Dez. bis 6. Jan.)
Eine besondere Bedeutung haben in Bayern die liturgischen Feiern der Rorate Ämter. Der Name kommt von dem lateinischen Wort aus dem Buch Jesaja „Tauet Himmel“. Die Rorate-Ämter sind Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria.
Wegen des dabei verlesenen Evangeliums der Verkündigung des Herrn, werden sie auch als „Engelämter“ bezeichnet.



Die Adventszeit soll eine „staade Zeit“ sein – eine Zeit der Besinnung wie auch der Überlegungen, warum sich die Menschen ausgerechnet zu Weihnachten beschenken.
Beschenken sich die Menschen, weil zuerst Gott uns beschenkt?
Der Charakter der Buße und Umkehr drückt sich in den violetten Messgewändern ebenso aus wie in der Unterlassung des Gloria in den adventlichen Messfeiern.

Adventskranz


Was heute viele Christen als alten Brauch ansehen, erweist sich die geschichtliche Forschung als kaum älter als hundert Jahre. Zwar gehen die Anfänge des Adventskranzes etwa in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

In die katholische Frömmigkeit hat er erst 1935 Eingang gefunden – wohl auch aufgrund von intensiven Überlegungen, es handelt sich um einen evangelischen Brauch!
Das Tannengrün soll Symbol für Leben sein.
Die violetten Bänder wie auch ursprünglich violetten Kerzen sollen auf den Buß- und Einstimmungscharakter der vorweihnachtlichen Zeit aufmerksam machen.
Die Kreisform des Adventskranzes wiederum kann als Symbol des Erdkreises, der Ewigkeit Gottes verstanden werden.
Das Licht der vier Kerzen zeigt den stufenweisen Aufstieg zum vollen Licht der Weihnacht.
Der grüne Kranz bedeutet Leben und Gemeinschaft.
Die violette Farbe der Bänder u. Kerzen wurden meist durch ein festliches Rot abgelöst.
Der Adventskranz ist ein Zeichen der Hoffnung, dass nicht Dunkel und Tod, sondern Licht und Leben siegen werden.
Bei der Entzündung der Kerzen an den vier Adventsonntagen kann im kirchlichen Raum wie im häuslich-familiären Bereich das Lied aus dem Gotteslob Nr. 115 gesungen werden:

1. Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt.
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn die Wege bereit. Freuet euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon nahe ist der Herr.

2.Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die zweite Kerze brennt. So nehmet euch eins um das andere an, wie auch der Herr an uns hat getan.

3.Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die dritte Kerze brennt. Nun tragt eurer Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt hinein.

4. Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die viert Kerze brennt. Gott selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf, ihr Herzen und werdet licht.

Text Maria Ferschl 1954, Melodie Heinrich Rohr 1954


Qellennachweis Kleines Lexikon des Christilichen Brauchtums.
Text u. Bild Adventskranz Andreas Windbichler
Bild Rorate - Engelamt aus dem Internet

 


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