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Hausnamen gibt es in vielen Gegenden Bayerns. Wiewohl sie über Jahrhunderte Teil der Volkskultur waren, kommen sie seit ein paar Jahrzehnten immer mehr außer Gebrauch. Sie geraten dadurch zunehmend in Vergessenheit und sterben schließlich ganz aus. Dieser Prozess ist schon weit fortgeschritten und wird sich in den nächsten Jahren wohl noch beschleunigen, denn viele der Häuser mit Hausnamen verfallen oder werden abgerissen.

Hausnamen sind ein Überbleibsel aus einer Zeit als der Bauernhof, das Anwesen der Beruf wichtiger waren als die Menschen. Ebenso hatten Hausnamen früher tatsächlich den Sinn in erster Linie das Anwesen und erst dann den Besitzer zu nennen. Der Besitzer war nicht so wichtig und lebte auch meist nicht so lange. Im Vordergrund steht immer der Hof oder der Besitz egal wie der Eigentümer heißt. Beim Hausnamen wird der Vorname übrigens immer hinten angestellt.

Heute kommt es noch in ländlichen Gegenden vor, dass die Leute oft nicht einmal den Schreibnamen des Nachbarn wissen.

Leopold Kammerer beschreibt in einem Gedicht über den Sinn von Hausnamen :

Der Hausname

Bei uns in Bayern, auf`n Land
is des a oida Tatbestand
dass, anders ois wia in da Stadt
jed`s Anwesen sein Hausnam hot.
A Nam für`s Haus, des hot an Sinn
do steckt a Menge G`scheites drin !
A Haus mit fester, dicker Mauer
werd älter meist, ois da Erbauer
und muaß sei`Herr dann einstens sterben
und stirbt a vielleicht ohne Erben
oder da Hof wird gar verkauft
oder oam geb`n, der anders `tauft
oder wenn d`Tochter heirat, woaßt
dass de hernach anders hoaßt
dass völlig Wurscht, wia`s jeweils kimmt
und wia der hoaßt, der übernimmt
und mog a arm sei oder reich
der Nam vom Haus, der bleibt se gleich.
Egal wia se der Hausherr schreibt
und ob a weggeht oder bleibt
des macht mitunter ned vui aus
oans bleibt bestimmt – der Nam vom Haus.
Es is a Nama von am Ort
und der bleibt do, der laaft net fort.
Drum is da Hausnam – glaabt`s ,ma`s Leit –
A Zeichen von Beständigkeit.

Viele Hausnamen lassen sich aus dem bäuerlichen Bereich ableiten. Zum Beispiel der „Moar“ war früher meist der größte Bauer. Ebenso entstanden viele Hausnamen aus dem Handwerk , dem Gewerbe aber auch aus Flurnamen.

 



Der „Moar z`Bruck“/ Prien

Hausnamen sind wichtige gesellschaftliche und sprachliche Zeugnisse. Zum einen künden sie meist von längst vergangenen Zeiten und Verhältnissen. Zum anderen führen sie die Urwüchsigkeit und die Gestaltungsvielfalt des jeweiligen regionalen Dialekts vor Augen.

Wetterregel:

Fällt im Oktober das Laub sehr schnell,
ist der Winter bald zur Stell.