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Beim Klöpfeln handelte es sich ursprünglich um ein Glückwunschritual zum Neuen Jahr wobei man wissen muss, dass die heutigen Jahresanfänge nicht im Mindesten mit denen vergangener Jahrhunderte übereinstimmen. Einer der Jahresanfänge war u.a. der 21 Dezember (Wintersonnenwende). Aber auch der 25. Dezember (durch die christliche Religion) und später der 1.Januar. In den Ostkirchen dagegen ist es heute noch der 6. Januar.

Aus dem ursprünglichen Glückwunschritual wurde nach und nach ein Heischebrauch also ein Erbitten von Gaben nach dem Überbringen von Glückwünschen für Menschen aber auch Haus und Hof. Der Brauch war ein Erwachsenenbrauch und ist nach und nach auf Kinder übergegangen (meist die Dorfarmen, die sich deshalb die Gesichter schwärzten um nicht als "Arme" erkannt zu werden).

Nun zum Termin . Fast alle Überlieferungen sprechen von den Donnerstagen vor Weihnachten. Andere von 3 Donnerstagen vor Weihnachten. Es könnten kalendarisch , aber maximal 4 Donnerstage (Donar(s)tage- also dem Gott Thor bzw. Donar gewidmete Wochentage) sein.

Von jeher aber sind im Volksbrauch nur drei Donnerstage zum Klöpfeln genommen worden ,wobei am 3. Donnerstag angeblich "der Teufel" mitgeht und es somit an diesem Tag unterbleiben sollte.

Zur Orientierung:

Geklöpfelt wird an den drei Donnerstagen von Andreas ( 30. November) bis Thomas (21.Dezember) eines jeden Jahres . Liegt ein Donnerstag nach "Thomas" also in der Woche vor dem Hl. Abend so geht nach dem Volksglauben der "Teufel" mit. Nach Altväterglauben ist ja gerade die unmittelbare Zeit vor dem Christfest eine Zeit in der die "Unterwelt" besonders aktiv ist bis schließlich durch die Geburt Jesu die Erlösung von allem Bösen erfolgt. Daher erklärt sich das.

Im heuerigen Jahr sind also der 1. Dezember, der 8. Dezember und der 15. Dezember Klöpfeltage .Es wäre sinnwidrig, wollte man nur 2 Donnerstage als Klöpfeltage erklären und generell den 3. Donnerstag ausklammern. Das käme wie gesagt nur in Frage, wenn die Donnerstage vor Weihnachten so liegen würden dass einer der drei Donnerstage davon in die Weihnachtswoche fallen würde.

Genau deswegen bestehen immer wieder Unklarheiten bei Gruppen und Verbänden die den sehr sinnvollen Brauch des Klöpfelns ausüben und dabei noch ein gutes Werk tun wollen.

Traunstein, 25. November 2005

Siegi Götze

 

 


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